Der S&P500 Index repräsentiert die 500 größten an der US-Börse vertretenden Unternehmen (nach Marktkapitalisierung). Es gibt sowohl E-Mini Future Produkte als auch ETF’s auf den S&P500 Index.

Da man die E-Minis (wie alle Futures) im Gegensatz zu einem ETF nicht besitzt, sondern durch einen Kontrakt nur an den Gewinnen und Verlusten beteiligt wird, hinterlegt man hierfür lediglich eine Margin.
D.h. Es wird nicht der vollen Wert des Basiswerts hinterlegt, sondern nur eine Sicherheit, um eventuelle Verluste abzudecken.

Margin

Man unterscheidet zwischen Initial-Margin und Maintenance-Margin. Die Initial-Margin muss auf dem Konto vorhanden sein, um den Trade zu starten. Die Maintenance-Margin ist bei Interactive Brokers (IAB) ca. 0,5% niedriger und muss während des gesamten Trades vorhanden sein.
Die beiden Margintypen sind zur regulären Handelszeit reduziert. Für diesen Artikel interessiert uns allerdings nur die sogenannte Overnight-Margin, die erhoben wird, wenn der Trade über Nacht gehalten wird.

Bei ruhiger Marktlage beträgt die zu hinterlegende Initial-Margin bei IAB ca. 5-7%. Daraus ergibt sich die Hebelwirkung!

Beispiel

Nehmen wir an, der S&P500 Index hätte einen Punktestand von 5000. Nehmen wir weiter an, der Future und der ETF auf den zugrundezulegenden Index hätten der Einfachheit halber den gleichen Punktwert von $1. In Wirklichkeit hat der E-Mini einen Punktewert von $50 und der Micro E-Mini einen Wert von $5.

Wenn Sie bei diesem Stand beispielsweise ein Stück ETF auf den Index erwerben wollten, müssten Sie folgenden Geldbetrag einsetzen:

Kurs 5000 * Punktwert $1 = $5.000

Kurs 5000 / $5.000 = Hebel 1

Der klassische ETF hat also keine Hebelwirkung.

Wenn Sie zu dem Future greifen würden, könnten Sie diesen einen Kontrakt theoretisch für den folgenden Geldbetrag erwerben:

Kurs 5000 * 7% Margin = $350

Kurs 5000 / $350 = ~ Hebel 14

Berücksichtigung des Drawdown

Warum sollten Sie den Trade mit nur $350 auf Ihrem Tradingkonto dennoch nicht durchführen, wenn Sie die Position mehr als einen Tag halten wollen?

Wie unter der Überschrift Margin beschrieben, haben wir zwischen der Initial-Margin und der Maintenance-Margin lediglich ca. 0,5% Puffer. Die negative Schwankungsbreite ist beim S&P500 jedoch wesentlich höher.

Sollte im obigen Beispiel der Kurs über Nacht um mehr als 0,5% fallen, wäre Ihre Margin nicht mehr gedeckt und ihr Broker müsste die Position liquidieren.

Da der Kurs schwankt, muss man die für die Trading-Strategie akzeptable negative Schwankungsbreite innerhalb eines Trades berücksichtigen. Der maximale Trade-Drawdown einer Strategie gibt an, um wie viele Punkte ein Trade in der Vergangenheit maximal gefallen ist. Bei der AVALON-Trading-Strategie beträgt dieser Wert 10%.

Es muss also sichergestellt sein, dass selbst nach Rückgang des maximalen Trade-Drawdowns immer noch die Margin von 5-7% vorhanden ist.
Den maximalen Trade-Drawdowns finden Sie unter der Bezeichnung „Absolute drawdown single trade“ in den Backtester-Ergebnissen unter Details.

Für nachfolgendes Beispiel setzten wir den Wert die Initial-Margin auf den höheren Wert von 7% fest.

Auf den Drawdown von 10% geben wir auch noch 1% Puffer und legen ihn mit 11% fest:

Kurs 5000 * (7% Margin + 11% Drawdown) = $900

Kurs 5000 / $900 = ~ Hebel 5,5

Sie sehen also, dass wir bei der AVALON-Strategie mit einem Future 5,5 Mal so viel Stück (Kontrakte) erwerben können wie bei einem ETF.

Außerdem sehen wir, dass die Hebelwirkung bei Futures sowohl von der zu hinterlegenden Margin als auch vom Drawdown der Strategie abhängt.

Nehmen wir an, Sie sind Long und der Kurs des S&P500 steigt um 100 Punkte.

Beim ETF wäre ihr Gewinn:

1 Stück * 100 Punkte = $100

Beim Future mit der AVALON-Strategie wäre ihr Gewinn:

5,5 Kontakte * 100 Punkte = $550

Fällt der Kurs um 100 Punkte hätten Sie einen Verlust von $100 beim ETF und $550 beim Future.

Sie sehen also, dass nicht nur die Gewinne sondern auch die Verluste beim Future größer sein können.

Wie kann man sich die Hebelwirkung in einer Strategie zunutze machen?

Wie wir am obigen Beispiel gesehen haben, ist der Vorteil beim Einsatz von Futures, dass mehr Kontrakte erworben werden können als bei ETF’s.

Das bedeutet bei erfolgreichen Trades deutlich mehr Gewinne. Bei Fehltrades mehr Verluste.

Bedeutung der Strategie für die Hebelwirkung

Gewünscht wird eine Strategie, die deutlich weniger Verlust-Trades als Gewinn-Trades produziert.

Die Tradingstrategie muss die Ertragsmöglichkeiten lang anhaltender Trends in hohem Maße ausschöpfen.

Die Strategie sollte auch von fallenden Kursen profitieren können.

Die Strategie muss aufgrund der Marginanforderungen und des Drawdowns die richtige Kontraktzahl berechnen, um den Hebel optimal zu nutzen und Risiken minimieren.

Reinvestieren der gehebelten Gewinne

Das Reinvestieren ermöglicht ein exponentielles Wachstum der Gewinne ähnlich wie der Zinseszins-Effekt (Compound interest).

Wenn Sie Ihre Gewinne einsetzen, um Ihre gehebelte Positionsgröße stetig zu erhöhen, können Sie das Wachstum Ihres Vermögens enorm beschleunigen.

Bewertung

ETF Vorteile:
Da der ETF keine Marginanforderungen hat, spielt der Drawdown keine Rolle. Totalverlust sehr unwahrscheinlich.

ETF Nachteile:
Der klassische EFT hat keine Hebelwirkung. Ein Vermögensaufbau dauert damit lange.

Future Vorteile:
Durch die Hebelwirkung von Futures können mehr Kontrakte erworben werden als ohne Hebel.
Gewinne und auch Verluste werden durch die Hebelwirkung verstärkt. Mit der richtigen Strategie wie AVALON können die Vorteile der Hebelwirkung durch Reinvestieren der Gewinne zu einem exponentiellen und damit stark beschleunigten Vermögenswachstum führen.

Future Nachteile:
Margin und Drawdown müssen im Auge behalten werden oder von einem Trading-System wie AVALON übernommen werden. Totalverlust möglich.